Die private Unfallversicherung – sinnvoll und empfehlenswert?

Die Private Unfallversicherung – von Ihr hat schon jeder gehört, wohl jedem hat schon einmal ein Versicherungsvertreter versucht eine aufzuschwatzen. Versicherer heben die private Unfallversicherung häufig als „Must have“ in den Himmel, der Grund dafür ist aber das Sie sehr gut an dieser Versicherung verdienen. Aber braucht man denn überhaupt eine private Unfallversicherung? Was versichert diese denn genau, ist es sinnvoll eine abzuschließen? In diesem Ratgeber rund um die private Unfallversicherung erklären wir das alles einmal genau und leicht verständlich.

Eine private Unfallversicherung braucht jeder – ist das wirklich so?

Hand aufs Herz, was Wissen Sie über die Unfallversicherung? Sie haben einen schweren Auto oder Motorradunfall, liegen wochenlang im Krankenhaus und kämpfen sich tapfer durch eine Reha damit Sie wieder vollständig gesund werden – Sie denken aufgrund dieses Unfalls erhalten Sie eine Leistung aus Ihrer privaten Unfallversicherung? Weit gefehlt, haben Sie das Glück wieder vollständig gesund zu werden, dann bekommen Sie keinerlei Leistung aus Ihrer Unfallversicherung.

Und hier sind wir schon bei der ersten großen Unkenntnis, denn die private Unfallversicherung zahlt ausschließlich nur dann, wenn Sie durch den Unfall bleibende Schäden davontragen.

Das heißt also Sie „brauchen“ eine schwere Behinderung infolge des Unfalls, erst dann bekommen Sie eine Leistung aus der Unfallversicherung.

Es gibt zwar Tarife die eine Einmalzahlung von 1, 2, 3 oder 5.000 Euro leisten bei einem Arm oder Beinbruch, doch das treibt nur den Beitrag in die Höhe, sollten sie sich dann einmal den Arm brechen, dann ist dieser unerwartete Geldsegen zwar schön, aber den Beitrag nicht Wert.

Laut Statistik ist das Risiko einer schweren Behinderung nach einem Unfall gering, viel häufiger sind Behinderungen nach einer Krankheit der Fall, und diese sind mit der privaten Unfallversicherung überhaupt nicht abgedeckt.

An dieser Stelle macht es also wesentlich mehr Sinn Ihr Geld in eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu stecken, denn bei dieser ist der Grund der Behinderung egal.

Aber die private Unfallversicherung kann dennoch ganz sinnvoll sein, nämlich dann, wenn Sie keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, das ist ganz ähnlich wie bei der Dread-Disease Versicherung.

Private Unfallversicherung
Private Unfallversicherung – sinnvoll?

Macht es überhaupt Sinn eine private Unfallversicherung abzuschließen?

Ein klares Ja oder Nein kann man nicht sagen, wenn Sie die Möglichkeit haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, dann sollten Sie eher dies machen.

Häufig haben Sie auch die Möglichkeit über einen Sportverein oder die Gewerkschaft eine Unfallversicherung für eine sehr geringen Beitrag zu bekommen, sollte diese Möglichkeit bestehen, dann sollten Sie diese Chance auch nutzen.

Die private Unfallversicherung hat unter bestimmten Voraussetzungen also durchaus Ihre Daseinsberechtigung, aus diesem Grund informieren wir nun weiter über alles wichtige was Sie über diese Versicherung Wissen sollten.

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Wann gibt es Zahlungen aus meiner Unfallversicherung?

Sie müssen zunächst einen Unfall gehabt haben, dieser muss eine körperliche Beeinträchtigung (Invalidität) zur Folge haben, die voraussichtlich mindestens drei Jahre anhalten wird.

Das heißt also deutlich: Wenn Sie nach einem Autounfall mit schwersten Verletzungen im Krankhaus liegen, und es wird prognostiziert das Sie vorrausichtlich in einem Jahr wieder soweit hergestellt sind das Sie keine körperlichen Beeinträchtigungen davon tragen werden, dann bekommen Sie in der Regel keine Leistungen aus der Unfallversicherung, trotz so einem schrecklichen Unfall.

Wichtig ist auch die Definition „Unfall“ – denn das ist ein „plötzlich von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis“. Das heißt wenn Sie ganz ohne Grund stützen, dann muss das per Definition nicht unbedingt als Unfall gewertet werden.

Die Unfallversicherung und Sportunfälle zum Beispiel im Rennsport

Wer ein gefährliches Hobby hat, zum Beispiel den Rennsport, der mag denken das aufgrund des erhöhten Risikos eine Unfallversicherung besonders Sinn macht. Allerdings denken das auch die Versicherer, und schließen daher Unfälle die im Zusammenhang mit Rennsport oder auch dem Flugsport entstanden sind aus. Das heißt diese Unfälle sind gar nicht in der privaten Unfallversicherung versichert.

Für Risikoberufe ist die Unfallversicherung häufig eine günstige Alternative

Wer sich mit der Berufsunfähigkeitsversicherung absichern möchte und einen Risikoberuf hat, der muss dafür ganz schön tief in die Tasche greifen. Denn durch den Risikoberuf steigt die Prämie enorm. Hier kann es sinnvoll sein auf eine Unfallversicherung zu setzen, denn bei dieser spielt es so gut wie keine Rolle wie Risikobehaftet Ihr Beruf ist.

Aber Achtung, verwechseln Sie die Unfallversicherung nicht mit der Berufsunfähigkeitsversicherung, denn im Falle eines Unfalles mit Invalidität dauert es sehr lange bis Sie eine Zahlung bekommen, die Monate bis dahin müssen Sie irgendwie überbrücken.

Die Versicherungssumme in der privaten Unfallversicherung

Hier ist es wie bei jeder Versicherung, die Versicherungshöhe ist sehr individuell und man kann keine pauschale Summe nennen, das kennen Sie zum Beispiel von der privaten Rentenversicherung.

Es gibt aber dennoch Empfehlungen, in der privaten Unfallversicherung wird häufig als Versicherungssumme das 6-fache Ihres Jahresbruttogehaltes empfohlen. Hier müssen Sie aber selbst nachdenken was Sie ungefähr benötigen. Wohnen Sie in einer Wohnung dann können sie kündigen und eine neue Suchen, besitzen Sie ein Haus dann brauchen Sie Geld um nach Ihren Bedürfnissen umzubauen, und so weiter.

Was hat es mit der Progression auf sich?

Kurz gesagt, die Progression ist dafür verantwortlich, das Sie im Falle einer Vollinvalidität ein vielfaches der vereinbarten Versicherungssumme bekommen.

Eine häufig gewählte Progression sind zum Beispiel 335 Prozent.

Das bedeutet das Sie im Falle eines Invaliditätsgrades von 100 Prozent das 3,5 fache bekommen.

Also bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro bekämen Sie 350.000 Euro.

Die Gliedertaxe

Eigentlich müsste dieser Punkt ganz oben stehen, denn die Gliedertaxe ist der wohl wichtigste Bestandteil in der privaten Unfallversicherung. Die Gliedertaxe bestimmt nämlich die höhe der Auszahlung die Sie erhalten.

Anhand der Gliedertaxe wird der Grad der Invalidität bestimmt, der nach einem Unfall eingetreten ist.

Dabei wird jedem Körperteil / Bereich des Körpers ein Invaliditätsgrad in Prozent zugeordnet. Und aus diesem Wert in Prozent wird dann die Invaliditätsleistung errechnet.

Beispiel:  Sie haben eine Versicherungssumme von 100.000 Euro versichert.  Durch einen Unfall verlieren Sie nun ein Auge dauerhaft, das heißt die Sehkraft des Auges liegt bei 0 Prozent, als Schaden aus einem Unfall.

Bei den meisten Versicherungen wird der Verlust des Auges in der Gliedertaxe mit 50 Prozent bewertet, das heißt Sie bekommen 50 Prozent der Versicherungssumme als Einmalzahlung ausgezahlt, also 50.000 Euro.

Und genau das ist die Gliedertaxe, ein Arm wird meist mit 70 Prozent bewertet.

Die Angaben in der Gliedertaxe beziehen sich immer auf den kompletten Funktionsverlust, haben sie zum Beispiel auf einem Auge noch eine geringe Restsehfähigkeit, dann wird von der Versicherung der Invaliditätsgrad angepasst.

 

Achtung: Wenn sie nun einen Online Vergleich machen um eine möglichst günstige Unfallversicherung für sich zu finden, dann ist es wichtig zu wissen das jede Versicherung seine eigene Gliedertaxe festlegt.

Das heißt also nur nach einer privaten Unfallversicherung zu suchen die eine möglichst hohe Progression hat, ist nicht zielführend. Denn es kann sein das diese dann in Ihrer Gliedertaxe eine viel schlechtere Bewertung hat, als andere Versicherer. Sie müssen also wie bei jeder anderen Versicherung auch auf einige Punkte achten.

Wenn bei einem Unfall mehrere Körperteile betroffen sind?

Sollte die folge eines Unfalls die Beeinträchtigung mehrerer Körperteile sein, dann werden die einzelnen Invaliditätsgrade zusammenaddiert. Also zum Beispiel ein Auge sind 50% Invalidität, Sie haben zusätzlich einen Finger verloren der in der Gliedertaxe mit 10% festgelegt ist, dann bekommen Sie als Versicherungsleistung 60 Prozent der Versicherungssumme ausgezahlt. Im Falle von 100.000 Euro Versicherungssumme also 60.000 Euro.

Allerdings können sie nicht über 100 % kommen, das ist das maximum.

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Die Kosten für eine private Unfallversicherung sind unterschiedlich hoch. Faktoren wie Laufzeit, Alter, Beruf, Leistungsbedürfnisse usw. spielen eine große Rolle, die genauen Kosten können Sie nur durch einen Vergleich herausfinden, Sie geben dabei einmal Ihre Daten ein, und erhalten das Ergebnis aus der Berechnung dutzender Versicherer. Hier starten Sie einen Vergleich.

Eine Beispielrechnung:  25-jähriger Versicherter, Fachangestellter / Bürojob – zahlt bei einer Versicherungssummer von 100.000 Euro monatlich um die 10 Euro.

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Fazit: Rund um die private Unfallversicherung gibt es zahlreiche Infos die man Wissen muss, bevor man einen Vergleich startet. Vergleichen Sie ganz in Ruhe und überstürzen nichts. Starten Sie gleich hier den Vergleich und nutzen das Formular: